Glasbruch erkennen und richtig handeln

Neuigkeit ·
23/2/2026
©Christian Krammer von Adobe Stock

Ein Riss im Glas oder sogar ein kompletter Glasbruch ist nicht nur ärgerlich, sondern er bringt auch viele Fragen mit sich. Wie sichere ich die Stelle? Wer ist zuständig? Was übernimmt die Versicherung? Und vor allem: Wie geht es jetzt weiter? Wichtig zu wissen: Bei einem Glasbruch muss die betroffene Scheibe grundsätzlich ersetzt werden. Dieser Beitrag zeigt, was das konkret bedeutet und wie Sie bei Glasbruch strukturiert vorgehen.

Glasbruch – und nun?

Sobald Glas gebrochen oder gerissen ist, hat es seine ursprüngliche Festigkeit verloren. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um einen kleinen Riss, einen Sprung oder eine vollständig zerstörte Scheibe handelt.

Glas steht im eingebauten Zustand unter Spannung. Wird diese Struktur durch einen Riss unterbrochen, ist die Tragfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt. Eine Reparatur ist deshalb im Sinne einer strukturellen Wiederherstellung nicht möglich.

Das bedeutet konkret:

  • Die Stabilität der Scheibe ist nicht mehr gewährleistet
  • Sicherheitsglas verliert seine Schutzfunktion
  • Spannungen im Glas können sich weiter ausbreiten
  • Die Bruchstelle bleibt eine dauerhafte Schwachstelle

Auch wenn der Schaden auf den ersten Blick klein wirkt, bleibt die Scheibe technisch beschädigt. Deshalb ist bei Glasbruch immer ein Austausch der betroffenen Verglasung erforderlich.

Sofortmaßnahmen bei Glasbruch: Was jetzt zu tun ist

Gebrochenes Glas ist eine Gefahrenquelle und sollte nicht unterschätzt werden. Ob zu Hause, im Büro oder im Ladengeschäft – Sicherheit steht an erster Stelle.

Bereich sichern und Verletzungsgefahr vermeiden

Bevor irgendetwas repariert wird, geht es um den Schutz von Personen und Umgebung.

  • Fassen Sie lose Glassplitter nicht an, sondern sichern sie ab
  • Sperren Sie den Bereich ab, besonders bei Publikumsverkehr
  • Vermeiden Sie Zugluft, damit sich der Schaden nicht weiter ausbreitet

Übergangslösung schaffen: Notverglasung oder provisorische Abdichtung

Eine beschädigte Scheibe sollte nicht offen bleiben, auch wenn der Austausch noch Zeit braucht.

  • Dichten Sie Öffnungen gegen Regen, Wind und Kälte ab
  • Stellen Sie den Einbruchschutz kurzfristig wieder (z. B. mit OSB, Siebdruck-, Metallplatten oder Gitter) 
  • Lassen Sie bei größeren Schäden eine fachgerechte Notverglasung einsetzen


Was sind die Ursachen von Glasbruch?

Glas geht selten ohne Grund kaputt. Je nach Situation lassen sich Schäden meist klar zuordnen.

Mechanischer Glasbruch

Entsteht durch äußere Einwirkung. Der Auslöser ist meist sofort erkennbar.

  • Schläge, Stöße oder Anprall, etwa durch Bälle, Werkzeuge oder Fahrzeuge
  • Vandalismus oder mutwillige Beschädigung
  • Punktuelle Belastungen, z. B. durch harte Gegenstände am Scheibenrand



Thermischer Glasbruch

Verursacht durch starke Temperaturunterschiede innerhalb einer Scheibe. Das Glas arbeitet, der Rahmen oft nicht mit.

  • Intensive Sonneneinstrahlung bei teilweiser Verschattung
  • Kalte Zugluft auf aufgeheiztem Glas
  • Hohe Innenraumtemperaturen bei gleichzeitig niedrigen Außentemperaturen



Spannungsrisse und Materialfehler

Treten häufig zeitverzögert auf und wirken deshalb auf den ersten Blick grundlos.

  • Zu wenig Platz im Rahmen oder falsche Lagerung beim Einbau
  • Dauerhafte Spannungen durch Setzungen im Baukörper
  • Materialeinschlüsse im Glas, z. B. Nickelsulfid bei ESG


Glasbruch und Versicherung: Wer zahlt den Glasschaden?

Nach dem ersten Schreck kommt meist schnell die nächste Frage: Wer übernimmt die Kosten? Die Antwort hängt davon ab, wo der Glasbruch passiert ist und wie die Scheibe genutzt wird.

Glasbruch im Eigenheim – welche Versicherung greift?

Im privaten Umfeld kommen zwei Versicherungen infrage, je nach Schaden und Vertrag.

  • Wohngebäudeversicherung, wenn fest verbaute Verglasungen betroffen sind, z. B. Fenster, Terrassentüren oder Glasdächer
  • Hausratversicherung, wenn bewegliche Glasflächen beschädigt sind, etwa Glastüren, Vitrinen oder Möbelelemente
  • Haftpflichtversicherung des Verursachers, wenn der Schaden durch Dritte entstanden ist

Wichtig zu wissen: 

  • Voraussetzung ist bei Wohngebäude- oder Hausratversicherung meist ein zusätzlicher Glasbaustein im Vertrag.
  • Bei Einbruch oder Diebstahl zahlt die Hausratversicherung nur dann, wenn nach dem Glasbruch ordnungsgemäß notverglast wurde. Provisorien mit Folie oder Pappe reichen hier nicht aus.

Glasbruch in der Mietwohnung – Mieter oder Vermieter?

Hier kommt es auf Ursache und Art der Verglasung an.

  • Vermieter, wenn Fenster oder fest verbaute Scheiben ohne Fremdeinwirkung beschädigt wurden
  • Mieter, wenn der Glasbruch durch eigenes Verschulden oder Besucher entstanden ist

Unklare Zuständigkeiten verzögern die Reparatur oft unnötig. Deshalb sollte der Schaden früh dokumentiert und gemeldet werden.

Glasbruch im Unternehmen – welche Versicherung deckt Schaufenster & Co.?

Im gewerblichen Bereich sind Glasflächen besonders sensibel, weil Sicherheit und Betrieb zusammenhängen.

  • Geschäfts- oder Inhaltsversicherung für Schaufenster, Türen und Innenverglasungen
  • Gebäudeversicherung, wenn das Unternehmen Eigentümer der Immobilie ist
  • Häufige Auflage: schnelle Sicherung und fachgerechte Notverglasung

Viele Versicherer ermöglichen nach der Schadenfreigabe eine Direktabrechnung, sodass die Kosten nicht vorfinanziert werden müssen. Das entlastet vor allem Betriebe, bei denen Glasbruch den laufenden Betrieb beeinträchtigt.

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Tipps, um Glasbruch vorzubeugen

Viele Glasschäden entstehen nicht plötzlich, sondern bauen sich über Monate oder Jahre auf. Wenn Sie verstehen, wo Glas empfindlich reagiert, können Sie gezielt gegensteuern und sparen sich später unnötigen Ärger.

Hochwertiges Sicherheitsglas gezielt einsetzen

Sicherheitsglas ist kein Luxus, sondern eine konstruktive Entscheidung.

  • ESG (Einscheibensicherheitsglas) hält höhere Stoßbelastungen aus als normales Floatglas. Beim Bruch zerfällt es in kleine Krümel, das senkt das Verletzungsrisiko.
  • VSG (Verbundsicherheitsglas) besteht aus mehreren Glasscheiben mit Folie dazwischen. Selbst bei einem Riss bleibt die Scheibe im Rahmen, was besonders bei großen Flächen, Überkopfverglasungen oder Einbruchschutz relevant ist.

Entscheidend ist nicht nur die Glasart, sondern wo sie eingesetzt wird. Bodentiefe Fenster, Türen oder stark frequentierte Bereiche brauchen andere Lösungen als ein kleines Kellerfenster.

Fachgerechter Einbau und regelmäßige Überprüfung

Viele Spannungsrisse haben ihren Ursprung beim Einbau. Der Schaden zeigt sich oft erst viel später.

  • Glas braucht Platz, um sich bei Temperaturänderungen auszudehnen. Zu enge Rahmen sind ein häufiger Fehler.
  • Die richtige Lagerung im Rahmen (Klotzung) verhindert Punktbelastungen an empfindlichen Stellen.
  • Nach Setzungen im Gebäude oder Umbauten lohnt sich ein kurzer Check, ob Scheiben unter Spannung stehen. Das wird oft übersehen, obwohl genau hier der Grund warum Risse entstehen liegt.

Hitzestau vermeiden und Temperaturunterschiede reduzieren

Thermischer Glasbruch wird häufig unterschätzt, weil er ohne äußere Einwirkung passiert.

  • Teilweise Verschattung bei starker Sonne führt zu ungleichmäßiger Erwärmung der Scheibe.
  • Dunkle Folien, Aufkleber oder Möbel direkt vor Glasflächen verstärken diesen Effekt.
  • Heizgeräte oder Klimaanlagen sollten nicht direkt auf Glas gerichtet sein, vor allem bei großen Scheiben.

Einbruchschutz sinnvoll erhöhen

Einbruchschutz schützt nicht nur vor Diebstahl, sondern auch vor Glasbruch.

  • Sicherheitsfolien halten Splitter zusammen und verzögern das Durchdringen der Scheibe.
  • Rollläden oder Gitter wirken mechanisch und schrecken oft schon im Vorfeld ab.
  • Alarmanlagen erhöhen halten Täter ab, bevor überhaupt etwas passieren kann.

Fazit

Glasbruch entsteht selten zufällig. Oft spielen falsche Glasarten, ungünstige Einbausituationen oder dauerhafte Belastungen eine Rolle. Wer diese Faktoren früh berücksichtigt, kann viele Schäden vermeiden oder zumindest ihr Risiko deutlich reduzieren.

Genau dabei unterstützen wir bereits im Vorfeld, etwa bei der Auswahl geeigneter Verglasungen oder der Beurteilung bestehender Konstruktionen. Und wenn es doch zu einem Glasbruch kommt, sorgen wir kurzfristig für Sicherheit, stellen den Schutz des Gebäudes wieder her und sichern die Öffnung mit einer fachgerechten Notverglasung. 

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FAQ

Was zählt als Glasbruch?

Als Glasbruch gelten Risse, Sprünge oder vollständige Zerstörung von Glasflächen, unabhängig davon, ob das Glas noch im Rahmen sitzt oder bereits herausgefallen ist.

Ist Glasbruch gefährlich, wenn die Scheibe noch hält?

Ja. Auch scheinbar stabile Scheiben stehen unter Spannung. Der Bruch kann sich jederzeit ausweiten, etwa durch Temperaturwechsel oder Erschütterungen.

Was ist der Unterschied zwischen Notverglasung und Reparaturverglasung?

Notverglasung dient der kurzfristigen Sicherung nach einem Schaden. Reparaturverglasung ist die dauerhafte Instandsetzung oder der Austausch der Scheibe.

Zahlt die Versicherung bei Glasbruch immer?

Nur, wenn der Schaden versichert ist und korrekt abgesichert wurde. Bei Einbruch oder Diebstahl ist eine ordnungsgemäße Notverglasung oft Voraussetzung.

Wie schnell muss bei Glasbruch gehandelt werden?

So schnell wie möglich. Offene Glasflächen erhöhen Verletzungsrisiken, begünstigen Folgeschäden und können den Versicherungsschutz gefährden.

Kann thermischer Glasbruch auch bei neuen Fenstern auftreten?

Ja. Auch neue Verglasungen können reißen, wenn Verschattung, Hitze oder Einbausituation ungünstig sind.

Wer ist bei Glasbruch in einer Mietwohnung zuständig?

Das hängt von der Ursache ab. Bei Fremdeinwirkung meist der Mieter, bei Material- oder Einbaufehlern der Vermieter.

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